Im Nahostkonflikt scheint es bis zum heutigen Tag ja wirklich alles gegeben zu haben: Friedensgespräche, die Hoffnung aufkeimen ließen auf der einen, und alltägliche Krisenberichte der Medien auf der anderen Seite. Wenig echte Annäherung, dafür immer wieder Rückschritte durch Gewaltausbrüche. Realismus, wenn nicht sogar Resignation macht sich breit- vor allem in der Flüchtlingsfrage. Palästinensische Flüchtlinge sind seit über 60 Jahren die traurige Konstante in diesem Konflikt.Die United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, kurz UNRWA, zählte 2012 fast 4,8 Mio registrierte und insgesamt mehr als 5 Mio Flüchtlinge. Seit Gründung der UNRWA nahm die Zahl der Flüchtlinge fast durchgehend zu, zwischen 2011 und 2012 um durchschnittlich 3%. Ein Drittel der bei der UNRWA registrierten Flüchtlinge lebt in den 58 offiziellen Flüchtlingscamps, verteilt in Jordanien, Syrien, dem Libanon, dem Gazastreifen und im Westjordanland, zwei Drittel leben im unmittelbaren Umfeld dieser Camps. Auf den von den Gaststaaten zur Verfügung gestellten Landflächen unterhält das Hilfswerk Schulen, Gesundheits- und Verwaltungszentren. War in den ersten Jahrzehnten nach der Flucht der Palästinenser die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung noch die Hauptaufgabe der UNRWA, so ist mittlerweile ihr zentrales Aufgabengebiet die Verbesserung der Bildungssituation in den Lagern. Dennoch sind die Lebensbedingungen und die wirtschaftliche Lage in den Camps aufgrund steigender Bewohnerzahlen prekär.

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