Zu den Evergreens der amtlichen syrischen Presse gehört eine mit frappierender Monotonie vorgetragene Warnung: Wenn das derzeitige Regime ginge, käme der konfessionalistische Bürgerkrieg. Hugo Chávez, Venezuelas starker Mann, sekundierte erst jüngst, der imperialistische Westen infiltriere das Land mit Terroristen um dessen pan-arabische Rolle zu unterminieren. Und der Hizb-Allah-Fernsehsender al-Manar TV warnte im trauten Einklang mit Syriens offizieller Nachrichtenagentur SANA, vor einer Verschwörung der „Zionistischen Einheit“ (also Israels). Der Libanon mit seinem mehr als 15-jährigen Gemetzel (von 1975 bis Anfang 1991) wird bei solchen Warnungen oft als abschreckendes Beispiel genannt,  natürlich schwingt auch immer eine Furcht vor „irakischen Verhältnissen“ mit. Doch was steckt hinter diesen düsteren Mahnungen? Wird Syrien seinen Nachbarn ähnlicher werden und wie sähe das dann aus? Ist der Libanon ein realistisches Szenario für den Vorderen Orient?

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