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Schlagwort: Ägypten

Wie eine Facebook-Seite den arabischen Frühling auslöste

2011_Egyptian_protests_Facebook_&_jan25_card_Essam Sharaf_WikipediaIm Januar 2011 löste die Ermordung des 28 jährigen Bloggers Khaled Said einen Sturm von Protesten in Ägypten aus, die im Sturz des Präsidenten Hosni Mubarak gipfelten. Ihren Ausdruck fanden die Demonstrationen vor allem auf der Facebook-Seite „We are Khaled Said“. Einer der beiden Administratoren der Seite – Abdelrahman Mansour – hat exklusiv für uns über die Rolle von Social Media im arabischen Frühling in Ägypten geschrieben. Seit dem Start der Seite am 10. Juni 2010 wuchs die Fanzahl von 4.000 nach einer Stunde hin zu 184.000 in zehn Tagen.

Gastbeitrag: Abdelrahman Mansour

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Ganz gewöhnlich

Der ägyptische Präsident Al-Sisi besucht Deutschland und jeder findet das ungewöhnlich. Warum eigentlich?

In Deutschland – und nicht nur hier – gibt es ein krasses Missverständnis zwischen dem, was man von Außenpolitik erwartet, und dem was Außenpolitik tatsächlich macht. Besonders im Hinblick auf Ägypten ist der Besuch Al-Sisis etwas ganz Gewöhnliches.

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Türkisch-ägyptische Machtkämpfe im Schatten nahöstlicher Transformations- und Radikalisierungsprozesse

Der Arabische Frühling führte nicht nur zum Sturz von Diktatoren im Nahen Osten, sondern auch zu politischen Spannungen zwischen den Staaten in der Region. Beispielsweise tobt zwischen der Türkei und Ägypten derzeit ein unerbittlicher Kampf auf diplomatischer, politischer, wirtschaftlicher und ideologischer Ebene. Von Beginn des Arabischen Frühlings an unterstützte die türkische Regierungspartei AKP unter der Leitung des damaligen Premierministers und heutigem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan den politischen Wandel in Ägypten. Mohammad Morsi wurde als neue politische Lichtgestalt in der Türkei in Szene gesetzt. Die Haltung der türkischen Regierung gegenüber Abdel Fattah el-Sisi ist dem Gegenüber gekennzeichnet durch Ressentiments und Ablehnung. Erdoğan lässt keine Gelegenheit aus, die gegenwärtige ägyptische Führung als illegitim und el-Sisi als einen Tyrannen zu bezeichnen. 2013 forderten die Türken den UN-Sicherheitsrat sogar auf, Ägypten mit Sanktionen zu belegen. El-Sisis revanchierte sich, indem er alles tat, um die Türkei daran zu hindern, einen Sitz im UN Sicherheitsrat einzunehmen.

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Klare Verhältnisse

Nun ist es also so, dass das Militär weiterhin den Präsidenten in Ägypten stellt. Nach einem Wahlablauf, den man getrost als fragwürdig bezeichnen kann, wird der ehemalige Feldmarschall und Verteidigungsminister Abd el-Fattah as-Sisi Präsident der Republik Ägypten werden. Über 90% Zustimmung sind dabei ein Ergebnis, welches die autoritären Züge der künftigen Regierung nur leicht mit dem Deckmantel demokratischer Legitimität überdeckt, gerade wenn man bedenkt, dass die Wahlbeteiligung wohl eher geringer ausgefallen ist, als es die öffentlichen Stellen verlauten lassen. Klare Verhältnisse also?

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Alles Nichts, oder?

Augenscheinlich ist Ägypten in diesen Tagen nicht zu der Ruhe und Ordnung gelangt, die man sich nach den Demonstrationen von 2011 erwartet hatte. Die politischen Kräfte stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber und ein Putsch des Militärs scheint mehr als wahrscheinlich. Ein pessimistischer Ausblick.

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Eine Frage der Legitimität

Viel hat man sich erwartet von der „arabischen Revolution“, vom „Frühling in der arabischen Welt“, vom Aufbruch nach dem Sturz des „Diktators Mubarak“. Viel hatten sich auch die Demonstranten erwartet: „Freiheit, Gerechtigkeit und Würde“ waren die ersten Slogans, die skandiert wurden. Hinzu kamen später Demokratie, Gleichberechtigung und im Westen wollte man deutlich den Ruf nach Säkularismus verstanden haben. Im Westen da hoffte man auf Rechtsstaatlichkeit, Trennung von Religion und Staat, schlicht auf eine liberale Demokratie, wie es sie in Frankreich, Deutschland oder Großbritannien gibt.

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Präsidenten und ihre Paläste: Mursi und die Verlockung der Macht

 

Ägypten kommt seit dem Rücktritt von Hosni Mubarak nicht zur Ruhe. Staatspräsident Mursi – im Vorfeld der Wahlen noch als „Ersatzreifen“ für den eigentlichen Kandidaten der Muslimbruderschaft, Khairat al-Shatir, verspottet – überraschte nach der Wahl im Sommer 2012 viele Beobachter und Analysten. Weiterlesen

Realpolitik in the Making

Ägypten ist ein von Macht- und Realpolitik geprägtes Land. Dies war in den Zeiten der autoritären Regime von Nasser, Sadat und Mubarak sichtbar; wie sehr diese Art des Handelns in der ägyptischen Politik verankert ist, kann man heutzutage im Kontext der Errichtung demokratischer Institutionen lernen.

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Die Muslimbruderschaft und die Präsidentschaft

Die ägyptische Muslimbruderschaft ist seit der Parlamentswahl 2011/2012 vor Probleme gestellt, die sie in dieser Art und Weise bisher nicht kannte. Interne Debatten werden öffentlich geführt und rezipiert, der Mythos der einzig ernstzunehmenden Oppositionskraft ist verschwunden, das pluralistische Parteienspektrum zwingt zu neuen Positionierungen. Und jetzt auch noch die Präsidentschaftskandidatur.

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Warum es keine Facebook-Revolution war

In der aktuellen Ausgabe der deutschsprachigen „WIRED“ kommentiert Richard Gutjahr auf interessante Weise die Entwicklung eines so genannten „Silicon Valley“ in Israel. Der Kommentar ist durchaus lesenswert, beinhaltet aber eine Einleitung, die diskutabel ist: „Nach Tunesien, Ägypten und anderen Nachbarstaaten hatte also auch Israel seine Facebook-Revolution.“

Dieser Satz klingt so einfach und er passt hervorragend in die schöne neue Welt, die sich durch Begriffe wie Web 2/3/4.0, Twitter und Social Media so simpel, wie unzureichend beschreiben lässt. Es klingt nach Revolution, nach Umsturz vorhandener Systeme der Unterdrückung. Nach demokratischem Diskurs, an dem endlich auch diejenigen Teilnehmen können, die der deliberativ-kooperative Ansatz ebenso vergessen hat, wie das bürgerlich-liberale Konzept sie nicht teilhaben lässt.

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