Warning: Parameter 2 to M_DataMapper::set_custom_wp_query_where() expected to be a reference, value given in /var/www/ud09_118/html/wordpress/wp-includes/class-wp-hook.php on line 298

Warning: Parameter 2 to M_DataMapper::set_custom_wp_query_groupby() expected to be a reference, value given in /var/www/ud09_118/html/wordpress/wp-includes/class-wp-hook.php on line 298

Warning: Parameter 2 to M_DataMapper::set_custom_wp_query_fields() expected to be a reference, value given in /var/www/ud09_118/html/wordpress/wp-includes/class-wp-hook.php on line 298

Warning: Parameter 2 to M_DataMapper::set_custom_wp_query() expected to be a reference, value given in /var/www/ud09_118/html/wordpress/wp-includes/class-wp-hook.php on line 298
It’s not just an airline. It’s Israel.

Fokus-Nahost

Blogs zum Nahen Osten

It’s not just an airline. It’s Israel.

Dass bei Flügen nach und aus Israel verschärfte Sicherheitskontrollen gelten ist weithin bekannt. Ebenso ist ‚ethnic profiling’ eine Standardmaßnahme: Jüdische Israelis werden bevorzugt, alle anderen, insbesondere Araber werden intensiv befragt und untersucht. Das alles ist nicht neu, darauf richte ich mich bei jedem Flug nach Israel ein. Die von EL AL letztens an den Tag gelegte Praxis ist jedoch mindestens grenzwertig, wenn nicht sogar offen rassistisch: 21 Akademiker eines von der Brandeis Universität in Boston finanzierten Programmes für Israel Studien wollten von New York nach Tel Aviv fliegen – 13 davon (aus aller Herren Länder) kamen an Bord, acht wurde die Einreise verweigert. Diese acht, sie waren nicht jüdisch. Dass Flüge nach Israel einem verschärften Sicherheitskonzept unterliegen mag zeitraubend und ärgerlich sein, aber es ist verständlich. Die verschärften Kontrollen begannen nachdem Terrorgruppen in den 70iger Jahren damit begannen Flugzeuge zu entführen und deren Insassen als Geiseln zu nehmen. Seither wurden einige Attentats- und Entführungsversuche auf israelische Flugzeuge erfolgreich verhindert. Der 11. September bestätigte die Notwendigkeit für hohe Sicherheitsstandards erneut. Von daher richte ich mich schon immer, wenn ich nach Israel fliege oder vom Ben Gurion Flughafen abfliege auf lange Wartezeiten und verschärfte Sicherheitskontrollen ein. Mehrfache Befragungen (Was hat man in Israel gemacht, ob man in arabischen Ländern war und ob man Personen aus diesen Ländern kennt, ob man seine Koffer selbst gepackt hat, ob man einen Gegenstand von jemanden erhalten hat usw...), mehrfache Kontrollen inklusive dem häufigen Öffnen der Koffer und die genaue Inspektion des Inhaltes gehört zum Standardprogramm. Passagiere müssen daher bereits drei Stunden vor Abflug (bei Flügen mit EL AL vier Stunden) am Flughafen sein, da sonst nicht garantiert werden kann, dass man es rechtzeitig durch die Sicherheitskontrollen und somit zum Einstieg schafft. Bei Verspätung gilt gegebenenfalls Eigenverschulden und man muss einen neuen Flug buchen. Das ist alles nicht neu und und ich verbringe die Wartezeiten zwischen den Kontrollen mit Lesen. In gefühlten 90% der Fälle sind die Sicherheitskräfte auch durchaus freundlich und adressieren mich mit einem beinahe apologetischen Untertorton, weil alles mal wieder so lang dauert. Alle die bereits einmal nach Israel einreisten, kennen diese Prozedur. Weniger bekannt ist, dass dieses Sicherheitskonzept einer sehr dezidierten Variante des ‚ethnic profiling’ folgt: Juden stellen kein Gefahrenpotential dar, alle anderen jedoch durchaus. Diese Politik ist insbesondere dahingehend problematisch, da israelische Araber, Staatsbürger Israels, als Sicherheitsrisiko gelten und unter massiven, oft erniedrigenden Kontrollen leiden, während nicht-israelische Juden quasi den gleichen Status erhalten, wie jüdische Israelis. Staatsbürgerliche Rechte werden hier also Prinzipien des Ethnic Profiling untergeordnet. Bis zu einem gewissen Grad mag die Idee des Profilings auch gerechtfertigt sein, aber dieses Konzept erreicht die Grenzen des Tolerierbaren, wenn Ethnizität nicht mehr Indiz sondern Essenz wird und ethnische Vorbehalte das Kernstück der Sicherheitspolitik darstellen. Bei EL AL funktioniert dies offensichtlich so: Juden: kein Sicherheitsrisiko – alle anderen: enormes Sicherheitsrisiko – Araber: potentielle Terroristen. Frei nach der Weltsicht: Nicht alle Goyim (Nichtjuden) sind Terroristen, aber alle Terroristen Goyim. Eine besondere Darbietung dieser Weltsicht wurde einer Gruppe Akademikern zu teil, unter denen auch ich mich befand. Die Gruppe bestand aus den Teilnehmern der Brandeis Summer School for Israel Studies (SIIS), einer Art Weiterbildung für Hochschullehrer. Das Programm umfasste zwei Wochen lang Seminare in Brandeis, gefolgt von einer 10-tägigen Studienreise nach Israel. Nachdem der Teil in Brandeis abgeschlossen war, flogen wir von Boston nach New York und von dort nach Tel Aviv, letztere Strecke mit EL AL. Unglücklicherweise hatte der Flug von Boston nach New York drei Stunden Verspätung, und entsprechend landeten wir erst als der nächste Flug bereits im Boarding begriffen war. Da EL AL unterdessen vorschreibt, dass man vier (!) Stunden vor Flugbeginn vor Ort sein muss, um den Sicherheitsbeamten ausreichend Zeit zu geben, wäre es auch verständlich gewesen, wenn die Gruppe nicht an Bord gekommen wären – in Gänze. Was dann aber passierte war grotesk. Die Sicherheitsbeamten starteten die Befragung der Gruppe, und nach relativ kurzer Zeit wurde ein Muster klar: Die Juden wurden an Bord gelassen, die Nichtjuden wurden am Rande extra befragt. Wie haben die Sicherheitsbeamten überhaupt heraus gefunden wer Jude ist und wer nicht? Wir wurden, um die Frage nach der Ethnizität/Religiosität nicht zu offensichtlich zu machen, sehr raffiniert befragt: Welche religiösen Feiertage halten Sie ein? „Christmas“, wie einer meiner Kollegen antwortete, war die falsche Antwort. Am Anfang dachte ich noch, dass es sich nur um eine kurze intensive Befragung handeln würde, nach einiger Zeit stellte sich jedoch heraus, dass wir nicht an Bord gelassen werden würden. Die offizielle Begründung: Wir waren zu spät. Unseren entrüsteten Entgegnungen, dass wir ja offensichtlich als Gruppe angereist waren und daher gleichzeitig eintrafen, wurde in relativ dreister Manier widersprochen und behauptet, dass der eine Teil früher angekommen sei. Die Dreistigkeit wurde noch dadurch versärkt, dass die Gruppe der acht Goyim (von den 21 Teilnehmern) etwas Abseits mit den Sicherheitskräfte diskutierte, während fünf Meter weiter und für diejenigen, die des Hebräischen mächtig waren deutlich verständlich unsere israelische Tourleiterin nachdrücklich und wiederholt aufgefordert wurde an Bord zu gehen (was sie ablehnte). Die Grotesque der geleugneten Diskriminierung erreichte ihren Höhepunkt rund 1h nachdem das Flugzeug hätte starten sollen. Uns wurde endgültig gesagt, dass die Nichtjuden nicht ins Flugzeug durften weil wir „zu spät“ waren. Aber just in diesem Moment kommen zwei Damen aus Israel angerannt, diskutierten kurz mit dem Sicherheitspersonal – und wurden prompt an Bord gelassen. Dann ging alles ganz schnell. Das Sicherheitspersonal hörte auf mit uns zu diskutieren und verschwand, nicht ohne den Hinweis, dass dies nichts mit Jüdischsein oder Nichtjüdischsein zu tun hat. Zur Ehrenrettung von EL AL muss gesagt werden, dass die Angestellten, die nicht dem Sicherheitsdienst angehörten auch schockiert waren und uns dies auch mitteilten, nachdem diese abgezogen waren. Alles in allem war dies wieder einmal eine der so vielen ambivalenten Erfahrungen, die man machen kann, wenn man sich mit Israel beschäftigt. Wenn EL AL nur Juden haben will – bitte schön, dann sollen Sie das doch in ihre AGBs schreiben. In jedem Fall hat sich die Fluggesellschaft ein Eigentor geschossen. Dass die Nichtjuden der Gruppe nicht mehr mit EL AL fliegen werden, liegt auf der Hand, aber auch die jüdischen Teilnehmer zeigten sich weitgehend entrüstet und solidarisch und werden in Zukunft EL AL meiden. Am Rande sei bemerkt, dass die Mitglieder der Reisegruppe als Dozenten für Israel Studien auch Multiplikatoren sind. „It is not just an airline, it is Israel“ – das ist der Slogan von EL AL. Israel hat aus vielerlei Gründen ein weltweites Imageproblem. Das Verhalten der semistaatlichen Fluggesellschaft EL AL trägt nicht dazu bei, dass dies verbessert wird.

1 Kommentar

  1. Habe 8 Wirbeloperationen und möchte meinen Koffer wie bei jedem anderen Flug am Vorabend meines Fluges nach Israel (mit der AUA) abgeben und meine Bordkarte holen. Kann nicht lange stehen und nicht weit gehen. Für den Abflugtag habe ich mit einen Rollstuhl bestellt. Bin neugierig wie das Funktioniert. Auch für Israel habe ich eine Beförderung angefordert. Meine Teleskopstöcke gebe ich in den Koffer. Im Koffer habe ich auch einen Spray gegen meine Schmerzen. Vertrage nur diesen Spray, da ich Medikamenten- u. Chemikalienunverträglich bin Habe auch eine Fl. Wein und ein Fl. Schnaps sowie eine Torte eingepackt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2017 Fokus-Nahost

Theme von Anders NorénHoch ↑