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Blogs zum Nahen Osten

Kategorie: Syrien (Seite 1 von 2)

Syrien – Genese und Zerfall eines Staates

asad (2)Seit seinem Ausbruch vor genau fünf Jahren dominiert der syrische Bürgerkrieg die Schlagzeilen der Tageszeitungen und der abendlichen Nachrichten. Die Grundlagen dieses Konflikts werden dabei nicht immer ausreichend beleuchtet. Ben Baweys Buch Assads Kampf um die Macht, das in zweiter, überarbeiteter Auflage bei Springer VS erschienen ist, setzt genau hier an und erläutert in kompakter Weise die grundlegenden Zusammenhänge und aktuellen Entwicklungen des Kriegs in Syrien – einer Weltregion, die so instabil scheint wie nie zuvor. Für Fokus-Nahost hat Bawey in drei Etappen Staatswerdung und Zerfall Syriens, wie er sie in seinem Buch analysiert, zusammengefasst.

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Istanbul, Paris, Brüssel – Strategiewechsel im „Islamischen Staat“

Am 22.03.2016 sind in Brüssel mehrere Sprengsätze gezündet worden. Die Anschläge, denen in der Metro und am Brüsseler Flughafen Zaventem mehr als 30 Menschen zum Opfer fielen, sind der traurige Höhepunkt einer Entwicklung, die ihren Anfang 2014 nahm, als Kämpfer des „Islamischen Staates“ erstmals systematisch in die ganze Welt geschickt wurden. Sie sollen den Krieg, der schon seit Jahren in Syrien und dem Irak tobt, zu den externen Konfliktparteien nach Hause tragen.

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Die Kurden im Konflikt mit dem „Islamischen Staat“ – Chance auf eine kurdische Emanzipation?

Der Nahe Osten ist in Aufruhr. Die Arabellion, die mit den Protesten in Tunesien im Dezember 2010 ihren Anfang nahm, führte zu weitreichenden strukturellen Entwicklungen von Marokko bis Irak; ein Prozess, der bis heute nichts von seiner Dynamik verloren hat.

Der Aufstieg des „Islamischen Staats“, das momentan wohl dominanteste Thema in der Diskussion über den Nahen Osten, wurde erst durch den syrischen Bürgerkrieg und die ausufernde Klientelpolitik der irakischen Regierung unter Nouri Al-Maliki möglich.

Inmitten dieses Kriegsgebietes finden sich die verschiedenen kurdischen Gruppierungen von der PKK über die YPG zur Peschmerga, von der Türkei über Syrien zum Irak. Für Außenstehende ist das Bild, das diese Gruppierungen abgeben, oft verwirrend: Die Peschmerga erhalten Waffenlieferungen vom Westen, aber die PKK ist eine Terrororganisation? Alle kämpfen gegen den IS, aber nur bedingt gemeinsam? Eint sie trotzdem das Ziel eines kurdischen Staates? Der Artikel will etwas Licht ins Dunkel bringen: Wir stellen die einzelnen kurdischen Bewegungen vor, erläutern ihre Verwicklungen in die Kampfhandlungen und zeigen das gespannte Verhältnis zueinander auf. Weiterlesen

Es geht nicht um Staaten, es geht um Ordnungen

Zuletzt wurde in vielen Medien vom Tod des Sykes-Picot Abkommens und somit auch der von ihm geschaffenen staatlichen Landschaft des Nahen Ostens gesprochen. Ich bin da anderer Meinung. Es geht – mit der relativen Ausnahme der Jihadisten – nicht um die Überwindung einer angeblich ungerechten Grenzziehung, es geht um unterschiedliche politische Ordnungen in diesen Staaten, bzw. um Machtteilhabe.

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Die Türkei im außenpolitischen Spannungsfeld zwischen westlichen Militärbündnissen und dem Nahen Osten

von Meltem Kulaçatan

US_Patriot_Missile_Battery_in_TurkeyDer zweite Artikel in unserem Spezial „Bürgerkrieg in Syrien“ behandelt die Rolle der Türkei.
Die Türkei als direkter Nachbarstaat Syriens ist unmittelbar von den Folgen des Bürgerkriegs in Syrien betroffen. Eine der virulentesten Folgen ist der Flüchtlingsstrom aus Syrien in die Türkei. Die Türkei hat bisher ca. 300.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen. Das ist zunächst eine Leistung, die es zu honorieren gilt, zumal sich die europäischen Staaten fast durchgehend gegen die Aufnahme der Bürgerkriegsflüchtlinge wehren und konfessionelle Präferenzen geltend machen.

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Der Syrische Bürgerkrieg als bewaffnetes Franchising

Zu Beginn einer kleinen Serie über die aktuellen Entwicklungen in Syrien und deren Bedeutung für das regionale Umfeld wollen wir an dieser Stelle einen Blick auf die Situation im Lande werfen. Diese ist primär als fortschreitender Zerfall einer zentralisierten Ordnung auf beiden Seiten des Konfliktes zu verstehen. Damit einher geht die Schaffung immer neuer Konfliktakteure. Dies macht – leider – jedwede Möglichkeit eines baldigen Endes des Krieges recht unwahrscheinlich. Darüber hinaus wirkt sich dieser Zerfall natürlich auch auf eine mögliche Nachkriegsordnung aus.

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Die Bombe von Beirut

Die Bombe die Ende vergangener Woche die Ibrahim-Monzer-Straße im Ostbeiruter Stadtteil Ashrafiyyah erschütterte, scheint den Libanon wieder etwas näher an einen möglichen Bürgerkrieg gerückt zu haben. Die Betonung liegt dabei auf scheinen. Denn trotz aller Schwarz-Weiß-Rhetorik der beteiligten politischen Akteure, bei der für das kleine Wort „vielleicht“ schon seit einigen Jahren so wenig Platz bleibt, stellt für die meisten Libanesen ein Bürgerkrieg ein Horrorszenario dar, das sie dringend vermeiden wollen.

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Zwischen Elite und letztem Aufgebot: Der syrische Sicherheitsapparat als wesentliche Stütze des Systems, Teil 2

Insbesondere nachdem in Syrien der Kampf um die beiden Zentren des Landes – Damaskus und Aleppo – begonnen hat, hängt Bashar al-´Asad wie nie zuvor von seinen Bewaffneten ab. Im ersten Teil unserer Miniserie über den syrischen Sicherheitsapparat haben wir uns mit dem engeren Umfeld Bashar al-´Asads und seinen Elitetruppen befasst. Diesmal wollen wir die beiden noch ausstehenden „Ringe der Macht“ analysieren: Die Halb- und Inoffiziellen sowie den Rest der Armee.

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Zwischen Elite und letztem Aufgebot: Der syrische Sicherheitsapparat als wesentliche Stütze des Regimes, Teil 1

Viel ist geschrieben worden über Reformen oder Kontaktgruppen, Konfession oder Kooptation, Parteien oder die Damaszener Bourgeosie – auch von uns. Entscheidend aber werden am Ende nur die Bewaffneten sein. Man ist versucht zu sagen: Das syrische Regime ist zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt.  Höchste Zeit also  für uns, sich einmal mit ihnen in einer kleinen zweiteiligen Serie zu beschäftigen.

 

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Vom Rauschen im Leserbriefwald, der syrischen Opposition und dem „Heißsporn“ al-`Ar`ur

  • um mir Menschen die nach Brot anstehen anzuschauen …muss ich nicht nach Syrien reisen, da reicht schon jede etwas größere Deutsche Stadt!  […]
  • Nun hat man mal wieder die Katze aus dem Sack gelassen, es geht also gar nicht um die Menschen in Syrien, sondern um den Sturz Assads im Interesse des „Westens“ durch die ach so „friedlichen Rebellen“.
  • Das in Syrien gewählt wurde interessiert natürlich nicht! 7000 Kandidaten haben sich für die Ca 200 sitze im Parlament beworben. Die Opposition boykottiert die Wahlen. Die sind ja auch zu sehr.mit bomben bauen beschäftigt
  • Wenn sich jemand Geld sparen will, indem er für Brot ansteht, um sich dafür danach mit dem Geld etwas anderes zu kaufen, dann ist das nicht notwendigerweise ein Zeichen von Armut. Und Geld um sich Brot im Supermarkt zu kaufen hat […]
  • Dem dusseligen „Westen“ ist anscheinend überhaupt nicht klar, was er sich da wünscht…
  • Wäre mal an der Zeit zu erwähnen um was sich wirklich handelt, nämlich um die riesigen Gasreserven, laut Voltairenet.org, die grössten bisher bekannten Reserven, die sich auf syrischem Gebiet befinden. Daher das plötzliche Interesse […]
  • Wagt es etwa Syrien sein Öl in anderen Währungen als den Dollar zu verkaufen ? Libyen und der Irak wollten das auch. Und der böse Iran tut das auch.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Leserreaktionen auf EINEN EINZIGEN Spiegel-Artikel. 
Selten hatten die Berufszyniker, Stammtischgeneräle und sogenannten „kritischen Geister“ solche Konjunktur wie momentan angesichts des Aufstandes in Syrien. Immer wieder geht es dabei um die Frage einer angeblichen islamistischen und konfessionalistischen Revolte in diesem Staat. Wir wollen in diesem Artikel diese Frage einmal ganz ohne das übliche verschwörungstheoretische Brimborium diskutieren.

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