„Ein Muslim glaubt, dass Gott ihn beschützt. Ein Islamist glaubt, er müsse Gott beschützen.“[1] Dieses Zitat stammt von dem nicht unumstrittenen Schriftsteller Ḥāmid ʿAbd aṣ-Ṣamad. Es veranschaulicht jedoch, wie kompliziert und zweifelhaft die Unterscheidung von „Muslimen“ und „Islamisten“ ist.

Selbst für den Verständigen ist es häufig schwierig einzuordnen, wer ein „radikaler Islamist“ und wer lediglich ein tief religiöser Muslim ist. Dabei ist der Begriff sehr negativ besetzt, sodass eine unberechtigte Anwendung nicht nur die Gefühle der Bezichtigten verletzt, sondern sein unsachlicher Gebrauch im öffentlichen Diskurs irreführend sein kann. Nicht jeder, der seine Lebensführung aus dem qurʾān ableitet und von der Allgemeinheit als auffällig religiös wahrgenommen wird, darf als „Islamist“ betitelt werden. Es ist vielmehr zu hinterfragen, was einen Islamisten ausmacht und wer gleichwohl keiner ist.

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