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Autor: Thuselt Christian (Seite 2 von 2)

Vom Rauschen im Leserbriefwald, der syrischen Opposition und dem „Heißsporn“ al-`Ar`ur

  • um mir Menschen die nach Brot anstehen anzuschauen …muss ich nicht nach Syrien reisen, da reicht schon jede etwas größere Deutsche Stadt!  […]
  • Nun hat man mal wieder die Katze aus dem Sack gelassen, es geht also gar nicht um die Menschen in Syrien, sondern um den Sturz Assads im Interesse des „Westens“ durch die ach so „friedlichen Rebellen“.
  • Das in Syrien gewählt wurde interessiert natürlich nicht! 7000 Kandidaten haben sich für die Ca 200 sitze im Parlament beworben. Die Opposition boykottiert die Wahlen. Die sind ja auch zu sehr.mit bomben bauen beschäftigt
  • Wenn sich jemand Geld sparen will, indem er für Brot ansteht, um sich dafür danach mit dem Geld etwas anderes zu kaufen, dann ist das nicht notwendigerweise ein Zeichen von Armut. Und Geld um sich Brot im Supermarkt zu kaufen hat […]
  • Dem dusseligen „Westen“ ist anscheinend überhaupt nicht klar, was er sich da wünscht…
  • Wäre mal an der Zeit zu erwähnen um was sich wirklich handelt, nämlich um die riesigen Gasreserven, laut Voltairenet.org, die grössten bisher bekannten Reserven, die sich auf syrischem Gebiet befinden. Daher das plötzliche Interesse […]
  • Wagt es etwa Syrien sein Öl in anderen Währungen als den Dollar zu verkaufen ? Libyen und der Irak wollten das auch. Und der böse Iran tut das auch.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Leserreaktionen auf EINEN EINZIGEN Spiegel-Artikel. 
Selten hatten die Berufszyniker, Stammtischgeneräle und sogenannten „kritischen Geister“ solche Konjunktur wie momentan angesichts des Aufstandes in Syrien. Immer wieder geht es dabei um die Frage einer angeblichen islamistischen und konfessionalistischen Revolte in diesem Staat. Wir wollen in diesem Artikel diese Frage einmal ganz ohne das übliche verschwörungstheoretische Brimborium diskutieren.

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Kurzfristig im Sattel, langfristig im Ausverkauf

Zunächst einmal das Traurige vorweg: in Syrien tobt längst ein Bürgerkrieg und dieser sichert dem Regime al-´Asad kurzfristig das Überleben. Mittel- bis langfristig hingegen wird dieses kaum überleben können. Eine ihrer ideologischen Legitimation weitgehend entkleidete Familiendiktatur scheint in der arabischen Welt kaum mehr akzeptabel.

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Zur (Un-)Wirksamkeit internationaler Sanktionen

Das Beispiel Libyens

Die EU hat hart wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran beschlossen. Künftig soll also ab dem 01. Juli 2012 einer der größten Binnenmärkte der Welt, wie zuvor schon der nordamerikanische, ohne iranisches Öl auskommen. Und auch China zeigt vorsichtige Ansätze, zumindest nicht mehr iranisches Öl zu importieren. Nun stellt sich natürlich die Frage, was diese Sanktionen wirklich bewirken können. Dass Sanktionen weh tun, das steht außer Frage. Dass sie einem Regime viel Renommee kosten können, auch. Die iranische Landeswährung Rial ist im letzten Monat zeitweise um 50% eingebrochen, die Zentralbank in Teheran hat zunehmend Mühe, internationale Devisen aufzutreiben. Allerdings zeigen Beispiele der Vergangenheit, allen voran das Libyens, wo die Grenzen internationaler Sanktionen liegen. Auch wenn v.a. in Europa die internationale Isolierung längst als Allheilmittel gegen Diktatoren gepriesen wird, sollten die Erwartungen nicht zu groß sein. Wir wollen im Folgenden am Beispiel Qaddhafis einmal die Grenzen wirtschaftlicher Sanktionen aufzeigen.

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Zwischen Verstrickung und Angst: Der Libanon und die Revolution


„Nicht Iran, nicht Hizb-Allah, wir wollen einen gottesfürchtigen Muslim“ („la Iran, la Hizb-Allah, bidna Muslim iakhaf Allah“) lautet ein derzeit populärer Slogan der syrischen Revolution. Wie wir an anderer Stelle schon näher ausgeführt haben, tobt derzeit im Rahmen des Aufstandes in Syrien eine propagandistischen „Schlacht um die Symbole“. Wiewohl eine organisierte militärische Beteiligung libanesischer Akteure tendenziell eher unwahrscheinlich ist – aber für die Hizb-Allah auch keineswegs ausgeschlossen werden kann – existieren viele Formen libanesischer Involvierung in die Revolution im Nachbarland. Wir wollen einige davon hier aufzeigen.

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Libanesen und Iraner in Syriens Sicherheitsapparat?

Zur Zeit wabern viele Gerüchte über eine libanesische oder iranische Beteiligung am syrischen Aufstand durch den Pressesumpf. Wir wollen im Folgenden ein wenig versuchen in diesem Nebel herumzustochern. Wie vertrauenswürdig sind diese Gerüchte und was steckt dahinter?

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Droht eine Libanisierung Syriens?

Zu den Evergreens der amtlichen syrischen Presse gehört eine mit frappierender Monotonie vorgetragene Warnung: Wenn das derzeitige Regime ginge, käme der konfessionalistische Bürgerkrieg. Hugo Chávez, Venezuelas starker Mann, sekundierte erst jüngst, der imperialistische Westen infiltriere das Land mit Terroristen um dessen pan-arabische Rolle zu unterminieren. Und der Hizb-Allah-Fernsehsender al-Manar TV warnte im trauten Einklang mit Syriens offizieller Nachrichtenagentur SANA, vor einer Verschwörung der „Zionistischen Einheit“ (also Israels). Der Libanon mit seinem mehr als 15-jährigen Gemetzel (von 1975 bis Anfang 1991) wird bei solchen Warnungen oft als abschreckendes Beispiel genannt,  natürlich schwingt auch immer eine Furcht vor „irakischen Verhältnissen“ mit. Doch was steckt hinter diesen düsteren Mahnungen? Wird Syrien seinen Nachbarn ähnlicher werden und wie sähe das dann aus? Ist der Libanon ein realistisches Szenario für den Vorderen Orient?

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